Die Trägerschaft hat am 26. Februar 2019 entschieden, dass das Expertengremium Krebsfrüherkennung mit den zwei folgenden Themen beginnt: Lungenkrebs-Screening mittels niedrigdosierter Computer-Tomographie («low-dose CT» oder LDCT) und Gebärmutterhalskrebs-Screening. Unter Einbezug einer ausgewählten Gruppe von themenspezifischen Stakeholdern wird es bis Mitte 2020 eine erste Empfehlung erarbeiten.

Lungenkrebs-Screening mittels LDCT

Der Entscheid für Lungenkrebs-Screening gründet auf der grossen Krankheitslast von Lungenkrebs («burden of disease»), den aktuellen Diskussionen zum Thema im In- und Ausland sowie der neu vorhandenen Evidenz aus Studien, die den Nutzen einer niedrigdosierten Computer-Tomographie («low-dose CT» oder LDCT) untersucht haben.

  • Lungenkrebs ist mit etwa 4’500 neuen Diagnosen pro Jahr eine der fünf häufigsten Krebsarten in der Schweiz und mit 3’200 Todesfällen die häufigste Krebstodesursache.
  • In anderen Ländern wird ebenfalls diskutiert, ob ein LDCT-Screening empfohlen werden soll. In den USA hat die «US preventive services task force» (USPSTF) ihre Empfehlung schon abgegeben.
  • Es existieren gut durchgeführte Studien zu LDCT-Screenings: Neben den Resultaten einer US-Studie werden die Resultate der europäischen NELSON-Studie in absehbarer Zeit erwartet.
  • Es besteht ein aktuelles gesundheitspolitisches Interesse am Thema, weil die Eidgenössische Kommission für allgemeine Leistungen und Grundsatzfragen (ELGK) einen Antrag für ein LDCT-Screening behandelt.

Gebärmutterhalskrebs-Screening

Neben gesundheitspolitischen und -ökonomischen Aspekte machen neue Kenntnisse zu Nutzen und Schaden verschiedener Verfahren des Gebärmutterhalskrebs-Screenings eine Neubeurteilung der Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wünschenswert.

  • Bisher existiert in der Schweiz ein opportunistisches Screening, welches vor allem zytologisch basiert ist.
  • Das opportunistische Screening bringt gesundheitspolitische und ökonomische Probleme mit sich. Einerseits ist der Zugang für gewisse vulnerable Bevölkerungsgruppen nicht gewährleistet, andererseits besteht die Gefahr einer Überversorgung in anderen Bevölkerungsgruppen.
  • Es gibt neue Testverfahren für Hochrisiko-Typen von humanen Papillomaviren (hrHPV), die für ein Gebärmutterhalskrebs-Screening vorgeschlagen werden – und allenfalls statt der Zytologie-Beurteilung des Abstrichs verwendet werden könnten.
  • Die «US preventive services task force» (USPSTF) hat 2018 die Evidenz geprüft, um Nutzen und Schaden verschiedener Verfahren des Gebärmutterhalskrebs-Screenings zu vergleichen – und dazu Empfehlungen herausgegeben.
  • Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) hat im März 2018 neue Empfehlungen zum Gebärmutterhalskrebs-Screening herausgegeben. Diese werden von einem Teil der Gynäkologinnen und Gynäkologen nicht mitgetragen.